Wüstentrips

Es gibt nur wenige Orte auf der Welt wo man so viel Freiheit hat wie in der Wüste. Es gibt fast niemanden und sonst auch nichts, das man beim Motorrad fahren stören könnte. Man kann einfach tun und lassen was man will. Es ist eine Spielwiese für Enduro-Fahrer, bei der jeder an seine Grenzen kommen kann.

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Trotzdem ist die Wüste kein Paradies, wie die meisten wahrscheinlich wissen. Das Risiko fährt immer mit. Allerdings kommt es mir im morgendlichen Berufsverkehr oft gefährlicher vor, da ich dort riskiere, von unachtsamen oder aggressiven Autofahrern umgefahren zu werden.

Mit einer guten Vorbereitung des Motorrads und der Ausrüstung kann man aber releativ sicher viel erleben und die Freiheit auf den zwei Rädern auskosten.


Das Ziel Tembain erscheint am Horizont

Wenn man dann sein selbst gestecktes Ziel erreicht und dies auf eigene Kappe und ohne Unterstützung, etwa durch ein Begleitfahrzeug, geschafft hat, ist dies ein toller Moment.

Die Dünen waren zum Teil einfach nur steil und weich. Je nach Wetter verändern sie sich. Sie sind jeden Tag anders. Nach langen Trockenperioden mit viel Wind sind sie zum Teil mit Motocrossmaschinen unbefahrbar und im Gegensatz dazu nach ausgiebigen Regen stellenweise mit Schlachtschiffen a la BMW GS befahrbar, entsprechende Reifen und Fahrkönnen vorausgesetzt.


Man gräbt sich an Stellen ein, wo man es nie gedacht hätte.

Wo gehts da lang? GPS sei Dank weiß man immer wo man gerade ist, oder wie manche scherzhaft zu sagen pflegen, man weiß genau, wo man gerade verdurstet.

Trotz Geländemaschinen ist nicht jedes Gelände querfeldein in Luftlinie passierbar. Ein Durchkommen ist manchmal nur auf bestimmten Routen und in definierten Korridoren überhaupt machbar. Die Schwierigkeit besteht unter Anderem darin, diese Korridore zu finden und nicht zu verlieren.

Bei der GPS-Navigation fährt man meist Luftlinie in Richtung des nächsten Punktes, der aber nicht immer direkt angefahren werden kann. Man muss sich seine Linie im Gelände suchen. Erfahrung ist hier klar ein Vorteil, wie man oft bei den Einheimischen sieht.

 


Tips

Wüstenreisen lassen sich mit jedem Fahrzeug machen, solange man auf der Straße bleibt. Will man sich aber in einsame Gegenden über holprige oder gar versandete Pisten bewegen, sollte man etwas mehr auf das Fahrzeug Wert legen. Die Krönung sind Ausflüge ins Meer des Sandes.

Im Sand kommt es vorallem auf das Gewicht an: umso leichter, umso besser!

Ich bin schon einigen Leuten begegnet, die schlechte Erfahrungen im Sand gemacht haben. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass man Sand fahren lernen muss. Das ist Sport und keiner kann das einfach so. Außerdem gehört eine Portion Mut dazu.

Abgesehen davon geht es im Tiefsand mit unpassender Ausrüstung nicht oder nur unnötig schwer, wie z.B. mit einer schweren Straßenmaschine a la BMW 1100/1200GS Adventure, obwohl der Name und die Werbung etwas anderes vermuten läßt.

Ein häufiger Fehler ist noch der Transport von Gepäck. Wenn man im Sand Spass haben will, sollte man ganz darauf verzichten, oder bei längeren Strecken nur das absolut Notwendigste mitnehmen.


Film

Ein Film über eine Reise nach Tunesien mit Ausflügen in das große Meer des Sandes, den Grand Erg Oriental.

Der Film zeigt viele Orte an denen ich schon war, Dinge die ich auch schon erlebt habe und Personen die ich getroffen habe. Ich muss an vielen Stellen schmunzeln, da mir die geschilderten Probleme auch bekannt, aber persönlich natürlich noch niiiiee so passiert sind sind ;-).

Ein Reisebericht der Motorradkarawane, den man in voller Länge als DVD kaufen kann.

Ich mache unentgeltlich Werbung dafür, da ich den Film und die Macher gut finde und es keinen vergleichbaren Film gibt, in dem normale Menschen eine Wüstentrip machen, wo nicht die ganze Zeit Legenbildung betrieben oder verharmlost wird. Der Film ist richtig schön authentisch.


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